Schriftenreihe des Kunsthistorischen Instituts der Universität Stuttgart

Apostel Stuttgart
B Ruesche

Die Mode generiert in raschem Wandel Bilder, Formen und Bedeutungen. In den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts tauchten – vielleicht in Folge von einem wieder erstarkenden Interesse an der Ästhetik des Barock – plötzlich überall Rüschen auf: von der Haute Couture über das prêt-à-porter bis hin zu den Massenprodukten erfreuen sie sich seitdem fast uneingeschränkter Beliebtheit, und das ungeachtet ihres durchweg schlechten Rufes. Was hat es mit den Rüschen tatsächlich auf sich?
Die Rüschen, zunächst beiläufige, modische Details, entwickelten sich im 17. und 18. Jahrhundert zu mehrdeutigen, in gewissen gesellschaftlichen Kreisen unverzichtbaren Schmuckelementen und Statussymbolen. Auf den reich ausgestatteten Porträt-Gemälden des Rokoko treten sie so dominant in Erscheinung, dass man versucht ist, von einem ästhetischen Prinzip zu sprechen. Parallel zur Ornamentform der Rocaille verwandelte sich die Rüsche im Rokoko von einem reinen Dekorationselement in einen Bildmodus. Sie wurde zu einem Kristallisationspunkt für das Verhältnis von Illusion und Realität im 18. Jahrhundert, das sich in der Wahrnehmung des Bildes als Kunstwerk manifestierte und der Abstraktion einen ersten Weg ebnete.

Band 1: Daniela Goeller
DIE RÜSCHE

Zur Einordnung eines dekorativen Details im Rokoko
200 S., 30 s/w u. 80 farbige Abb.
EUR 44,- ISBN 978-3-89235-231-0

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Beiträge eines Symposions, das von dem Institut für Kunstgeschichte Stuttgart im Oktober 2010 veranstaltet wurde.

Aus dem Inhalt:
Ivan Soll (Universität Madison, Wisconsin): Empirische und metaphysische Illusionen –
Heiko Hecht (Universität Mainz): Psychologische Anmerkungen zur Augentäuschung –
Christian Demand (Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg): Ästhetischer Puritanismus.
Die Angst vor dem Kontrollverlust –
Wolfgang Kemp (Universität Hamburg): Kontingenz und Koinzidenz.
Realismuseffekte in Malerei und Fotografie –
Karl Heinz Bohrer (Universität Stanford, Kalifornien): Romantischer und nachromantischer
Illusionsbegriff. Referenz und Selbstreferenz –
Elena Esposito (Universität Bologna): Illusion und Imagination in der Produktion der Zukunft –
Reinhard Steiner (Universität Stuttgart): Tausch und Täuschung.
Die „Doppelrahmung“ der künstlerischen Illusion –
Caecilie Weissert (Universität Stuttgart): Bilder als Agens ästhetischer Illusion –
Jo Baier (Filmregisseur, München): Über die Illusion, Geschichte erleben zu lassen, am Beispiel des Filmes „Henri IV.“

Band 2: Reinhard Steiner, Caecilie Weissert (Hrsgg.)
Lob der Illusion

Symposionsbeiträge
200 Seiten mit Abb.
EUR 35,- ISBN 978-3-89235-232-7

D1 Wilke
D2 Wilke

Französische Kupferstiche für die Décoration intérieure bilden im 17. und 18. Jahrhundert ein wichtiges Transfermedium im Bereich der Innenraumkunst. Die vorliegende Arbeit untersucht die Evolution des Bildmediums in Frankreich und zeichnet die historische Entwicklung der Dekoration von Appartements im Ancien Régime an Hand graphischer Vorlagen nach. Weiterhin werden die Gebote und Regeln für die Innenraumgestaltung in architekturtheoretischen Schriften analysiert, während der umfangreich bebilderte Katalog (Teil 2) sich erstmals systematisch mit dem Bestand graphischer Vorlagen für die Innendekoration beschäftigt.

Band 3: Thomas Wilke
Innendekoration

Graphische Vorlagen und theoretische Vorgaben für die wandfeste Dekoration von Appartements im 17. und 18. Jahrhundert in Frankreich
Teil 1 – Text, Teil 2 – Katalog
432 S. und 352 S. mit 273 und 1105 Abb.
EUR 150,- ISBN 978-3-89235-233-4