Neuerscheinung

Stand 6. Februar 2018

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Rechtzeitig zur 50. Wiederkehr seines Todestages wird erstmals im deutschen Sprachgebiet ein Buch über Otis Redding veröffentlicht.

Mit dem Soul-Sänger Otis Redding verbinden sich seit einem halben Jahrhundert sowohl faszinierende Lieder eines charismatischen Künstlers als auch sein frühzeitiger und tragischer Tod. Doch die Macht der existenten Zeugnisse und der Erinnerungskräfte verschafft ihm allmählich eine dritte eigene Präsenz, der in diesem Buch aus allen vier Windrichtungen nachgespürt wird.

Facettenreiche Texte mit unterschiedlichen Bildbezügen ergeben den Grundstock der kleinen bibliophilen Kostbarkeit zusammen mit illustren Listen, fotografischen Momenten und historischen Beiträgen im Original (Interviews, Totenrede).

Zusammengestellt wurde die Sammlung von einem Herausgeber, der sich seit fünf Jahrzehnten mit Otis Redding beschäftigt und in dieser Zeit vor Ort viele Mitarbeiter, Angehörige und Zeitgenossen des toten Sängers getroffen hat.

Matthias Klein (Hrsg.)
Leben und Tod ist Leben

Vierfache Annäherungen an Otis Redding aus allen Windrichtungen

112 Seiten, 77 Abbildungen, Klappenbroschur, 15,5 x 22,5 cm, Fadenheftung, € 25,–, rara/avis 25

ISBN 978-3-89235-525-0
bereits erschienen

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Als Höhepunkt seines langen Schattenweges präsentiert der Autor die quergedachte Poetisierung eines der bekanntesten und geschichtsträchtigsten Plätze Münchens. Ursprünglich war dieses Text-, Bild- und Klangoratorium nicht als Buch, sondern als Aufführung vorgesehen.

Präsentiert wird eine exklusive Mischung aus Künstlerbuch, Kultaktion, Cicerone und Wortinstallation, die zur außerordentlichen Poesie wird.

Der Ablauf der sieben Auftritte ist gekennzeichnet von Entwicklungssequenzen eines Schülers, der in unterschiedlichen Rollen verschiedene Poesie-Phasen durchwandert. Im Zentrum (3. Station) steht der Königsplatz mit seinen Bauten, seiner Geschichte, seinem Poesie-Potential und der Aktivierung göttlicher Stimmen. Dem voran geht die erste poetische Erfahrung bei Malern und ihren Werken. Danach macht sich die Poetisierung der beiden Nazi-Bauten durch Akklamation von Künstlerpositionen bemerkbar, die entweder mit ihren Werken den Raum neu erfüllen oder Teil einer mit Worten geführten Auseinandersetzung werden.

Matthias Klein (Hrsg.)
!Königsplatz!

Ein Text-, Bild- und Klangoratorium
An sieben Orten und in fünf Stationen

konzipiert, gestaltet und geschrieben von
Scarlatto Negrentino

104 Seiten, 67 Abbildungen, Pappband, 17 x 24 cm, Fadenheftung, € 28,–, studio 2 scaneg

99 Exemplare einer nummerierten Vorzugsausgabe (I–LV, 56–99) sind nicht im Handel erhältlich.

ISBN 978-3-89235-712-4
bereits erschienen

Feldpost 2a Kopie

Aus der Münchner Künstlerfamilie Max werden die beiden als Maler tätigen Söhne des berühmten Gabriel von Max – Corneille und Colombo – 1914 in den Kriegsdienst einberufen. Der 1875 geborene Corneille kommt zum Landsturm, der 1877 geborene Colombo wird Unteroffizier in der Landwehr. Der Nachlass im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg und die Bestände der Familie enthalten die gesamte „Feldpost“ Korrespondenz von Colombo mit seiner Frau Paula. Er lehnt den Krieg zutiefst ab, aber er berichtet fast täglich von seinen Erlebnissen und legt den Briefen Zeichnungen bei, sie dagegen erzählt ihm von den Zuständen in der Stadt München. Neben den Kriegsereignissen treibt ihn die Sorge um die künstlerische Hinterlassenschaft seines 1915 gestorbenen Vaters, mit dem er ein Atelier geteilt hatte. Auch sein Bruder und andere Verwandte sind an der Korrespondenz beteiligt. Paula wird von der befreundeten Familie des Bildhauers Adolf von Hildebrand mit dem Sohn und den fünf Töchtern unterstützt, sie kämpft gegen Hunger, Scharlach und Spanische Grippe. Sie berichtet noch anschaulich von der Revolution in München, bis Colombo, der im Soldatenrat tätig ist, endlich im November 1918 zurückkehrt.
Verena Kerssenbrock, eine Ur-Enkelin von Colombo Max, hat die Auswahl aus der Familienkorrespondenz zusammengestellt und einen Lebensbericht verfasst, der die Jahrgänge der Feldpost umrahmt. Zuerst wird die Vorgeschichte des schreibenden Paares in der Welt der Münchner Künstler dargestellt, und nach den Briefen werden die Familienereignisse weiter verfolgt. Paula stirbt 1935 und der Sohn Thomas Max wird im April 1945 als Kämpfer der Freiheitsaktion Bayern ermordet. Der Maler Colombo arbeitet künstlerisch bis ins hohe Alter und stirbt 1970.

Band 6: Verena von Kerssenbrock (Hrsg.)
Die Münchner Künstlerfamilie Max

Feldpostbriefe 1914–1918
608 S., 294 Abb.,

EUR 38,- ISBN 978-3-89235-806-0
bereits erschienen

978-3-89235-095-8 Kopie 2

Altäre trugen schon in der vorchristlichen Antike Bilder. Allgemein bekannt sind der griechische Pergamonaltar in den Berliner Museen, der Friedensaltar des Augustus in Rom. Die gebotsmäßig bilderlose mosaische Religion kannte im Zentrum ihres Tempels nur Bildwerke von Cherubim auf der Bundeslade. Die Christen übernahmen zunächst gemäß dem Ersten Gebot den bilderlosen Gottesdienst, verwendeten Bilder dann seit dem 3. Jahrhundert allegorisch in Grabräumen und auf Gegenständen in privatem Gebrauch.

Unter Altarbild versteht man heute vorwiegend Gemälde über Altären. Einer der Begründer der Kunstgeschichte, Jakob Burckhardt, hat 1898 eine umfassende Darstellung der Gestaltung italienischer Altarbilder veröffentlicht. Später haben andere Forscher die Entstehung bildertragender Altaraufbauten im späteren 11. Jahrhundert als Grundlage für die weitere Entwicklung von Altarbildern erkannt. Mit dem christlichen Altar und seinen Bildern hat sich ausführlich der Jesuit Joseph Braun befasst und seine Entstehung völlig unabhängig von vorchristlichen Beispielen aufzeigen wollen. Er schuf eine kleinteilige Klassifizierung nach formalen Typen und verstellte sich und der nachfolgenden Forschergeneration damit weitgehend den Blick auf inhaltliche Fragen. Auf diese legte die Forschung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts großen Wert und schuf als Kompendium ein Lexikon der Christlichen Ikonographie. Gegen Ende des Jahrhunderts wurde von einigen Kunsthistorikern der Blick auf das Zusammenwirken von Form und Inhalt im Bild gelenkt. Dabei ergaben sich Zusammenhänge mit den Orten, an denen Altäre errichtet wurden, ihren spezifischen Überlieferungen und der auf ihnen gefeierten Liturgie. Kunsttopographie und Ikonologie wurden als Forschungsmethoden entwickelt.

Die vorliegende Arbeit verfolgt unter Anwendung dieser Methodik das Entstehen christlicher Altäre von ihren Anfängen bis zum Aufkommen der Altarretabel im späten 11. Jahrhundert und berücksichtigt dabei nicht nur die wenigen formal mit dem Altar fest verbundenen Bilder, sondern weitet den Blick auch auf Bilder im Raum rings um den Altar und auf bildtragende Gegenstände, die während der Gottesdienste vom Altardienst benutzt wurden und für die Umstehenden zu sehen waren. Es zeigen sich inhaltlich auf die Altäre bezogene ortsgebundene Bildsysteme von großer inhaltlicher Weite und starker bildprägender Konstanz über lange Zeitläufte hin.

Band 95: Hans Ramisch
Altar-Bilder im ersten christlichen Jahrtausend
Der christliche Altar und seine heilsgeschichtliche Bildsysteme

428 S., 167 Abb., z.T. in Farbe

EUR 45,- ISBN 978-3-89235-095-8
bereits erschienen

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Im Sommer 1962 war die Studentin Elisabeth Schmeidel an der Wiener Akademie der Bildenden Künste als Assistentin von Professor Stuart Friebert  aus Oberlin/Ohio für die Europareise seiner Studierenden engagiert. Die Diskussionen nach den Lesungen bei Karl Krolow, Ilse Aichinger und Günter Eich zeigten, dass Schmeidel selbst Gedichte schrieb. In den 70er Jahren begleitete Schmeidel Stuart Friebert zu einer Lesung mit Ilse Aichinger ins Traklhaus. Als er ihr einige von Schmeidels Gedichten zeigte, sagte Aichinger zu ihr: „Sie sind wahrscheinlich die beste unbekannte Dichterin in deutscher Sprache“. Trotz dieser Anerkennung wurden vor Schmeidels Tod (2012) nur einige Gedichte in Frieberts Erst als Schmeidels Tochter Pia Grubbauer im Nachlass ihrer Mutter einen ganzen Koffer voller Gedichte fand, konnte der Gedichtband „Stirngewächse herzverwurzelt“ entstehen, wofür auch noch Zeichnungen ihrer Mutter hinzugefügt wurden.

Schmeidels Gedichte rufen Echos zu ‚befreundeten’ Autorinnen und Autoren jener Zeit hervor. Motive von Zeit, Erinnern, Schichtung lassen poetische Resonanzen zu Paul Celan entstehen. Vor allem aber zeichnet sich eine Beziehung zu Ingeborg Bachmann ab. Die Konstellation der Motive wie Nebel, Mittag, Herbst, Schatten, Traum, Sturz, Tauchen sind kaum vorstellbar ohne eine Begegnung mit Gedichten aus „Die gestundete Zeit“ und „Anrufung des Großen Bären“. Schmeidel teilt mit diesen Autoren die Herausforderung – wissend dass es „zu spät für stille Trauer“ ist.

Elisabeth Schmeidel (1945–2012), geboren als Tochter des Salzburger Dirigenten Hermann von Schmeidel und seiner Ehefrau Eleonora von Arbesser Rastburg, wurde nach der Dichterin Bettina von Arnim benannt, aber Elisabeth getauft. Nach dem Abitur studierte sie an der Akademie der Bildenden Künste in Wien und zog 1968 mit Ehemann Peter Grubbauer und Tochter nach Los Angeles, wo sie sich als Schriftstellerin und bildende Künstlerin betätigte. 1976 kehrte sie nach Salzburg zurück und arbeitete bis zu ihrem Tod 2012 als Schullehrerin. Nach ihrem Tod wurde aus einem Koffer mit überlieferten Arbeiten diese Gedichtzusammenstellung ausgewählt. Es kamen dabei auch Zeichnungen zum Vorschein, die mit ihrem Pseudonym “Behn” signiert waren, eine Reminiszenz an Aphra Behn, der ersten europäischen Berufschriftstellerin im 17. Jahrhundert.

Lumen XIII:
Elisabeth Schmeidel

Stirngewächse herzverwurzelt 

Ausgewählte Gedichte
64 S.
EUR 12,-

ISBN 978-3-89235-313-3
hrsg. Von Pia Grubbauer, mit einem Nachwort von Stuart Friebert
erscheint im März 2018

Die gotische Dominikaner-Kirche Santa Maria sopra Minerva mit dem angeschlossenen Kloster in Rom ist als ehemaliges Zentrum des dominikanischen Ordenlebens einer der emblematischen Orte christlicher Kultur und Geschichte. 1280 im Herzen des Campo Marzio erbaut, wo in hellenistischer Zeit die der griechisch-römischen Weisheitsgöttin Minerva und den ägyptischen Gottheiten Isis und Serapis geweihten Tempel errichtet waren, deutet im Zeichen der Überwindung antiker Weisheit durch christliche das Beiwort “sopra Minerva“ auf erstere Kultstätte hin, und wurde als Ausdruck dieses Sieges die antike Insula Domenicana Insula Sapientiae genannt.

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts beauftragt der mächtige Kardinal und Protektor des Predigerordens, Oliviero Carafa, Filippino Lippi mit einem dem Triumph christlicher Weisheit gewidmeten Freskenzyklus für seine gleichnamige Kapelle in der Minerva-Kirche. Dieses komplexe Werk zu entschlüsseln, in dem inhaltliche Breite und künstlerische Vielschichtigkeit zu harmonischer Einheit gefunden haben, und das in seiner neuartigen bildlichen Sprache zu den bedeutenden Renaissance-Wandmalereien zählt, ist hier die Aufgabe. Entsprechend wurde vorab zum Verständnis der Intention des Auftragebers, wie deren künstlerischer Umsetzung, im Rahmen einer ganzheitlichen, die Nachbarwissenschaften von Philosophie und Theologie einbeziehenden, Betrachtungsweise, das historische-kulturelle Umfeld abgesteckt, dem der Zyklus sich verpflichtet zeigt, um sodann nach Erörterung der für das Dargestellte grundlegenden Auseinandersetzung zwischen Theologie und Philosophie die einzelnen Bilder einer subtilen Analyse  zu unterziehen. In Gegenüberstellung mit ikonographischen Vergleichsmodellen ist der tiefere Gehalt der Bilder aus ihrer künstlerischen Form selber abgeleitet um deren Sinnzusammenhang erneut zu verlebendigen.

Wo sich demzufolge die Funktion der Bildreihe dahingehend klärt, in einer Zeit, die jetzt auch andere, und neue, Wege eröffnet, zwischen Verklärung und Verdammung auf dem vorgezeichneten Heilsweg zu behalten, dabei Kirchengeschichte universaler Heilsgeschichte gleichsetzend, so wird doch das Andre von zentraler Bedeutung. Das Andere, das in der Renaissance jetzt eine ganz neue Aufwertung erfährt, hier aber für den Triumph christlicher Weisheit als „Weisheit der Weisen“ in Gestalt des arabischen Philosophen Averroes, der die Philosophie über die Theologie gestellt hat und damit deren Selbstbehauptungsanspruch in der christlichen Welt begründet -, zu vernichten ist“, wie von dem Spruch auf dem offenen Buch in Händen des heiligen Kirchenlehrers Thomas von Aquin: SAPIENTIAM SAPIENTUM PERDAM kundgetan.

Band 96: Waltraud Borchard
SAPIENTIAM SAPIENTUM PERDAM Triumph der Kirche und Niederwerfung des Frevels
Der Freskenzyklus von Filippino Lippi in der römischen Dominikanerkirche Santa Maria sopra Minerva

ca. 160 S., 83 Abb. z.T. in Farbe

EUR 40,– ISBN 978-3-89235-096-5
erscheint im April 2018