Literatur, die aufräumt

Lumen

Literatur, die aufräumt
Lumen 8a
lumen 8b

diese gedichte stehen nicht für sich allein, es sind rock- und songtexte zu entsprechender musik.
dabei handelt es sich vorwiegend um originale, einige sind von anglo-amerikanischen vorbildern inspiriert.
der autor war bereits 1976 mit allen ginsberg und stefan liedtke im münchner arri-kino aufgetreten.

Lumen VIII:
Carl-Ludwig Reichert


sonx.bairisch
liedertexte
64 S. 
EUR 10,-
ISBN 978-3-89235-308-9

lumen 9a
lumen 9b

Wenn Gedichte Erste Hilfe bedeuten können,
dann nur in zwei drei Zeilen.
Alles, was darüber hinaus geht,
wird zwangsläufig mit vollständiger Rettung
in Verbindung gebracht.

Lumen IX:
Bert Siegfried

Erste Hilfe – in nur zwei drei Zeilen

natura in poësis
64 S.
EUR 12,-

ISBN 978-3-89235-309-6

Lumen 10a
Lumen 10b

Sophia schickt ihre Saaltöchter gern
in die Welt, vor allem ins Weinviertel.
Zuhause sitzt sie oft mit Irene an der Bar
und erzählt von ihrem weisen Vor- und
Nachleben, wartet dabei stets
auf den göttlichen Frieden.

Das Leben der Heiligen Sophia als Wiedergängerin durch die Zeiten wird hier von Jürgen Bulla in einem Crossover-Text thematisiert. Dazwischengeschaltet werden die aus ihrem Schoß entsprungenen Saaltöchter in einer Moritat und nehmen eine Rolle mit völlig neuer Perspektive ein. Begleitet wird dies alles von Radierungen von Christoph Hessel.

Lumen X:
Jürgen Bulla und Christoph Hessel

Sophia und ihre Saaltöchter

Texte und Radierungen
Moritat. Hagiographie im Kontext
64 S.
EUR 15,-
ISBN 978-3-89235-310-2

Lumen 11a
Lumen 11b

spurlos berührt

in der nacht aufnehmen die steine
vom herzen zusehen wie
alles davonfliesst ins gefühl
des luftleeren raumes
in aller ruhe hören die flut
ein präzises du geöffnet
und die anspielungen
auf seltsame weise
schön

Lumen XI:
Joanna Lisiak

wie du die tage anschraubst

lyrische gebrauchsanweisung
64 S.
EUR 12,-
ISBN 978-3-89235-311-9

Lumen 12a
Lumen 12b

der neue tag

aus dem schattenreich
trug mich
die verletzte schwalbe

ich erwachte
als sie mich legte
an die brüste des neuen tages
Frauen wie Männer flüchten vor Krieg und
Verfolgung, doch sind besonders Frauen mit
oder ohne Kinder dem Risiko weiterer Gewalt
und Ausbeutung ausgesetzt. Sie erleben
die Veränderungen im sozialen Gefüge
existenzieller und sind deshalb schutzbedürftig.

Die starken Bilder der Autorin öffnen die eigene
Wahrnehmung, geben Raum, sich auf
die Erfahrungswelten fliehender Frauen einzulassen,

dabei die Sichtweise zu schärfen,
zu vertiefen, vielleicht auch zu verändern.

„Ute von Funcke ist eine Seherin – eine, die genau
hinsieht, länger als andere und intensiver.
Dadurch werden ihre lyrischen Augenblicke zu
etwas Besonderem: zu einer Durchsicht auf die
tieferen Strukturen unserer Welt.“ (2014)

Michael Krüger, Präsident der Bayerischen Akademie
der Schönen Künste, ehemaliger Verleger des Hanser
Verlages München, Dichter und Schriftsteller

Neben ihrer Theaterarbeit mit Jugendlichen,
verfasste Ute von Funcke auch Bühnenstücke.

Lumen XII:
Ute von Funcke

frau auf der flucht

poesia vol. 3
64 S.
EUR 12,-
ISBN 978-3-89235-312-6

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Im Sommer 1962 war die Studentin Elisabeth Schmeidel an der Wiener Akademie der Bildenden Künste als Assistentin von Professor Stuart Friebert  aus Oberlin/Ohio für die Europareise seiner Studierenden engagiert. Die Diskussionen nach den Lesungen bei Karl Krolow, Ilse Aichinger und Günter Eich zeigten, dass Schmeidel selbst Gedichte schrieb. In den 70er Jahren begleitete Schmeidel Stuart Friebert zu einer Lesung mit Ilse Aichinger ins Traklhaus. Als er ihr einige von Schmeidels Gedichten zeigte, sagte Aichinger zu ihr: „Sie sind wahrscheinlich die beste unbekannte Dichterin in deutscher Sprache“. Trotz dieser Anerkennung wurden vor Schmeidels Tod (2012) nur einige Gedichte in Frieberts Erst als Schmeidels Tochter Pia Grubbauer im Nachlass ihrer Mutter einen ganzen Koffer voller Gedichte fand, konnte der Gedichtband „Stirngewächse herzverwurzelt“ entstehen, wofür auch noch Zeichnungen ihrer Mutter hinzugefügt wurden.

Schmeidels Gedichte rufen Echos zu ‚befreundeten’ Autorinnen und Autoren jener Zeit hervor. Motive von Zeit, Erinnern, Schichtung lassen poetische Resonanzen zu Paul Celan entstehen. Vor allem aber zeichnet sich eine Beziehung zu Ingeborg Bachmann ab. Die Konstellation der Motive wie Nebel, Mittag, Herbst, Schatten, Traum, Sturz, Tauchen sind kaum vorstellbar ohne eine Begegnung mit Gedichten aus „Die gestundete Zeit“ und „Anrufung des Großen Bären“. Schmeidel teilt mit diesen Autoren die Herausforderung – wissend dass es „zu spät für stille Trauer“ ist.

Elisabeth Schmeidel (1945–2012), geboren als Tochter des Salzburger Dirigenten Hermann von Schmeidel und seiner Ehefrau Eleonora von Arbesser Rastburg, wurde nach der Dichterin Bettina von Arnim benannt, aber Elisabeth getauft. Nach dem Abitur studierte sie an der Akademie der Bildenden Künste in Wien und zog 1968 mit Ehemann Peter Grubbauer und Tochter nach Los Angeles, wo sie sich als Schriftstellerin und bildende Künstlerin betätigte. 1976 kehrte sie nach Salzburg zurück und arbeitete bis zu ihrem Tod 2012 als Schullehrerin. Nach ihrem Tod wurde aus einem Koffer mit überlieferten Arbeiten diese Gedichtzusammenstellung ausgewählt. Es kamen dabei auch Zeichnungen zum Vorschein, die mit ihrem Pseudonym “Behn” signiert waren, eine Reminiszenz an Aphra Behn, der ersten europäischen Berufschriftstellerin im 17. Jahrhundert.

Lumen XIII:
Elisabeth Schmeidel

Stirngewächse herzverwurzelt 

Ausgewählte Gedichte
64 S.
EUR 12,-

ISBN 978-3-89235-313-3
hrsg. Von Pia Grubbauer, mit einem Nachwort von Stuart Friebert
erscheint im März 2018